<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
	<channel>
		
		<title>www.natuerlichmagazin.de: bewusst handlen - nachhaltig leben</title>
		<link>http://www.natuerlichmagazin.de/</link>
		<description>Beschreibung</description>
		<language>de</language>
		<image>
			<title>www.natuerlichmagazin.de: bewusst handlen - nachhaltig leben</title>
			<url>http://www.natuerlichmagazin.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif</url>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/</link>
			<width>18</width>
			<height>16</height>
			<description>Beschreibung</description>
		</image>
		<generator>TYPO3 - get.content.right</generator>
		<docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
		
		
		
		<lastBuildDate>Mon, 06 Sep 2010 12:46:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Gut betucht</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=47&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=268&#38;cHash=766bea8ff40c24ebb432f0ddc493bb15</link>
			<description>In Geltow am Schwielowsee vereint ein denkmalgeschützter Webhof Tradition und Moderne.</description>
			<content:encoded><![CDATA[Sechzehn historische Webstühle stehen dicht an dicht im alten Webhof in Geltow, am Rand hölzerne Spindeln, bunte Garnspulen, alte Schemel. Was wie ein Relikt anmutet, ist in Wirklichkeit die größte nicht geförderte private Handweberei in Deutschland und gleichzeitig aktives Museum. Einen kleinen Obolus (2,50 Euro) zahlt, wer das Museum besucht. Der Gang in den schönen angegliederten Laden kann schnell etwas kostspieliger werden, denn hier versammeln sich jede Menge Unikate, die das Zeug zum Lieblingsstück haben. „Wir sprechen mit unserem Sortiment Menschen an, die das Individuelle, Naturverbundene, Zeitlose und trotzdem Moderne lieben“, beschreibt die Inhaberin und Handwebmeisterin Ulla Schünemann ihre Klientel. Reine Handarbeit, Qualität und Langlebigkeit haben natürlich ihren Preis. So kostet beispielsweise ein an den eigenen Webstühlen hergestellter Rock rund 230 Euro. <br />Dass die Kleidung dann auch maßgerecht sitzt, dafür sorgt eine Maßschneiderin. Für akkurate Stoffe mit gerader Webkante und fehlerfreiem Muster bedienen derzeit fünf Frauen die Tritte der Webstühle, schießen Querfäden mit dem Handschiffchen, schlagen Garne an: die Inhaberin selbst, ihre Tochter sowie ein Lehrling und Praktikanten. „Auch wenn einem das Weben in Fleisch und Blut übergegangen ist – die Gedanken müssen draußen bleiben. Weben verlangt nun mal hundertprozentige Konzentration“, erläutert Ulla Schünemann. Einen Meter Stoff schafft ein geübter Weber in einer Stunde. Daraus werden dann in der angeschlossenen Schneiderei karierte Klammerbeutel, weich fallende Vorhänge, robuste Decken, Kleidungskollektionen aus Leinen, gestreifte Kissenbezüge oder edel-schlichte Tischdecken. Ausgefallene Muster sind sichtlich nicht die Sache von Ulla Schünemann. <br />„Wir üben hier die Kunst des Weglassens in der Tradition der Bauhausschule“, betont die Inhaberin der Handweberei. Erst soll das Material wirken, dann das Muster. So werden beispielsweise die klassischen Geschirrhandtücher aus Leinen ausschließlich in zwei Mustern angeboten, die noch aus der Zeit der Gründerin Henni Jaensch stammen. Bei den Farben jedoch lebt sich die Webmeisterin aus – im Moment dominieren Rosatöne, im vergangenen Jahr waren es Gelb und Orange. Und welche Farbe im nächsten Jahr den Ton angeben wird? Das wird noch nicht verraten. 
<p class="region"><b>Handweberei „Henni Jaensch-Zeymer“<br />Aktives Museum und Leinenladen<br /></b>Am Wasser 19<br />14548 Schwielowsee OT Geltow<br />Tel.: (0 33 27) 5 52 72<br />Fax: (0 33 27) 5 62 89<br />Internet: <link http://www.handweberei-geltow.de/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window">www.handweberei-geltow.de</link><br />Öffnungszeiten: Di. bis So. 11 bis 17 Uhr – Feiertage ausgenommen<br />Am Wochenende hat auch das Café im Webhof geöffnet</p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich Berlin</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Gut und Schön</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 12:46:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Downshifting – der Schritt zurück ins eigene Leben</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=49&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=267&#38;cHash=593e4fa46e0e86435e93f73d4db0b56c</link>
			<description>E-Mails, Handyanrufe, Meetings, Konferenzen, Twitter-Nachrichten. Jede neue Technik bringt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Ich bin umgestiegen, nicht ausgestiegen“, sagt Angie Sebrich. Ihr Event- und Stressleben als Kommunikationschefin des Musiksenders MTV hat sie 2001 gegen die Überschaubarkeit eines alten Bergbauernhofs in 1 200 Metern Höhe getauscht. Sie leitet mit ihrem Mann Mike die Jugendherberge auf dem Sudelfeld in den bayrischen Alpen. Dabei mochte sie ihren aufreibenden Job bei MTV, ging gerne auf die vielen Partys und jettete für ihren Arbeitgeber durch die Welt. Ein komisches Gefühl beschlich sie, als sie sich in den jungen Mann verliebte, der damals ihre Münchner Wohnung renovierte. Während sie von <img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="Angie Sebrich hat ihr Glück gefunden. Sie hat ein hektisches Jetset-Leben als Pressesprecherin von MTV gegen die Rolle einer Herbergsmutter in den Alpen eingetauscht" title="Angie Sebrich hat ihr Glück gefunden. Sie hat ein hektisches Jetset-Leben als Pressesprecherin von MTV gegen die Rolle einer Herbergsmutter in den Alpen eingetauscht" src="uploads/RTEmagicC_angie-mike-karotten-2006_Kopie.jpg.jpg" width="300" height="200" />einem Termin zum nächsten sauste, saß er mit Freunden im Biergarten. Ihre teuren Klamotten interessierten ihn nicht die Bohne. Für ihr „Miles-and-More“-Leben bemitleidete er sie. Inzwischen leben die beiden zusammen.<br /> Ihren Wechsel von „Hype zu Heidi“, wie damals der „Spiegel“ über sie schrieb, hat sie „nicht einen einzigen Tag bereut“. Als Herbergsmutter sieht sie ihre beiden Kinder aufwachsen und kann mit ihnen auch nachmittags mal an den nächsten See zum Baden fahren. Dank der Kinder haben sich „ihre Wertigkeiten verändert“. Sie genießt es, bewusster und selbstbestimmt zu leben. „Mir geht’s doch gut, ich bin gesund, meine Familie auch“, sagt sie. Darauf kommt es ihr an und nicht auf das Geld, das sie verdient – solange sie davon leben kann. Damals bei MTV hatte sie das Dreifache. 
<p class="welt"><b>Tipps für Downshifter <img clickenlarge="1" class="rechts" style="float: right;" src="uploads/RTEmagicC__c__Thomas_Pentenrieder_ap__Kopie.jpg.jpg" width="300" height="200" alt="" /><br /><br /></b><b>Machen Sie Termine mit sich selbst. </b>Lassen Sie bewusst Lücken in Ihrem Kalender. Zeit zum Durchatmen, für einen Spaziergang oder fürs Nichtstun … fest und verbindlich wie die nächste wichtige Konferenz. <br /><br /><b>Nehmen Sie Frei-Zeit beim Wort.</b> Muss es jeden Abend ein Termin sein? Lassen Sie ein Wochenende einfach mal Wochenende sein. Ohne Verpflichtung und Verabredung. „Wenn ich Kartoffeln schäle, schäle ich Kartoffeln.“ Vergessen Sie Multitasking. Männer können’s eh nicht und für Frauen ist es meist ungesund. Konzentrieren Sie sich ganz auf das, was Sie gerade tun. Dann macht es mehr Spaß und stresst Sie weniger. <br /><br /><b>Delegieren Sie. </b>Müssen Sie alles selbst machen? Es gibt viele Dienstleister, die Ihnen zu bezahlbaren Preisen viel Arbeit abnehmen können: Putzdienste, Wäschereien und Reinigungen (die auch Hemden und Bettwäsche bügeln), Fensterputzer … <br /><br /><b>Hören Sie auf Ihre innere Stimme. </b>Ein vages Gefühl, dass etwas nicht stimmt, ist meist ein wichtiges Warnsignal. Schauen Sie genau hin. Was stört Sie? Was wünschen Sie sich anders und wie soll es sein? <b><br /><br />Nehmen Sie sich kleine Auszeiten</b> – ein verlängertes Wochenende oder eine Urlaubswoche – in der Sie unverplante Zeit zum Nachdenken haben. Lassen Sie Ihre Gedanken fließen und schreiben Sie auf, was Ihnen zu Ihren Wünschen einfällt. Auf dem Weg zu einem entspannteren Leben gehen viele „Downshifter“ den sanften Weg: eine Besinnungswoche im Kloster, ein Hobby, mit dem sich nebenberuflich Geld verdienen lässt, oder der Umstieg in Teilzeit. <b><br /><br />Machen Sie eine Bestandsaufnahme:</b> Wo stehen Sie, wo wollen Sie hin? Was ist Ihnen wichtig? Worauf möchten Sie nicht verzichten? Es hilft, je einen Punkt auf eine Karteikarte oder einen Zettel zu schreiben und diese dann nach Prioritäten zu sortieren. <b><br /><br />Was brauchen Sie wirklich? </b>Wissen Sie, wie viel Geld Sie jeden Monat zum Leben benötigen? Rechnen Sie genau nach. Weniger macht frei. Besitz belastet, kostet Geld und vor allem Zeit: Das Auto muss zum TÜV und in die Werkstatt. Ist Car-Sharing eine Alternative? Da kümmern sich andere um Werkstatttermine, Reifenwechsel, TÜV und Versicherungen. Sie buchen und fahren los. Das spart Zeit und Geld. (Ferien-)Haus und Garten brauchen Pflege und teure Handwerker, Geräte gehen kaputt. Entrümpeln Sie – auch Ihre Kontakte, Termine und Veranstaltungen. Wer und was ist Ihnen wichtig und wer steht Ihnen im Weg. Setzen Sie auch zwischenmenschlich Ihre Schwerpunkte. <br /><br /><b>Vereinfachen Sie Ihr Leben: </b>Wäre ein Umzug nicht sinnvoller, als jeden Tag zwei Stunden zur Arbeit zu fahren? Geht es mit der Bahn nicht schneller? Im Zug können Sie lesen, träumen, nachdenken, arbeiten, schlafen … und kommen entspannter staufrei an. Lohnen sich für jedes Schnäppchen die zeitaufwendige Suche und die vielen Umwege? Wenn Sie ein paar Sachen weniger kaufen, müssen Sie beim nächsten Mal nicht so weit fahren, nur um ein paar Euro zu sparen. <br /><br /><b>Jede große Reise beginnt mit dem ersten Schritt:</b> Zerlegen Sie Ihre großen Träume in kleine Häppchen. Dann werden sie realistischer. Sie träumen von einem anderen Beruf? Machen Sie im nächsten Urlaub ein (unbezahltes) Praktikum dort, wo Sie arbeiten möchten. Dann erleben Sie, wie sich Ihr Traumjob anfühlt. Sie möchten sich selbstständig machen? Versuchen Sie es zunächst nebenberuflich. <br /><br /><b>Probieren Sie Neues Schritt für Schritt aus.</b> Wissen ist Macht: Recherchieren Sie, zum Beispiel im Internet, in öffentlichen Bibliotheken und fragen Sie die Menschen, die machen, wovon Sie träumen: Freunde, Bekannte, Fachleute, fast jede/r erzählt gerne von sich, wenn sich jemand ernsthaft für sie/ihn interessiert. <b><br /><br />Ein Freund, ein guter Freund:</b> Sprechen Sie mit Freunden und Bekannten über Ihre Pläne und suchen Sie sich Hilfe. Mut braucht Unterstützung </p>
<b>Ausstieg statt Aufstieg<br /></b>
 „Die meisten wissen doch gar nicht, wie viel sie wirklich zum Leben brauchen“, gibt ein weiterer „Downshifter“ zu bedenken. Carsten Alex hat seine Karriere bei einem Autokonzern drangegeben, um auf Weltreise zu gehen. „Wer im Mangel aufwächst“, schreibt er in seinem Buch „Der Auszeiter“, „träumt wohl unweigerlich davon: Geld, Macht, Karriere.“ Mit 32 hatte er es geschafft: Prokurist eines großen Autohauses, Luxusdienstwagen, sechsstelliges Jahresgehalt. Und dann? Auf dem Weg nach oben war irgendwo zwischen berufsbedingten Umzügen und sehr viel Arbeit seine Ehe zerbröselt. Obwohl ihn seine erfolgsverwöhnten Freunde für verrückt erklärten, schmiss er den Job hin. Er kündigte seine Wohnung, verkaufte das Auto und lagerte seine Sachen ein. „Irgendwie asozial, nicht mehr zugehörig“ fühlte er sich ohne Wohnung, ohne Auto und vor allem ohne Arbeit. Zwanzig Monate reiste er um die Welt, stand eines Tages mittellos irgendwo in der Mongolei, lieh sich Geld von Freunden in Deutschland, half Einheimischen bei der Gründung eines Kinderhilfsprojektes in Guatemala und lernte, dass er glücklich und zufrieden sein konnte, auch wenn <img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="Geld, Macht, Karriere: Carsten Alex langweilte sich und stieg erfolgreich aus" title="Geld, Macht, Karriere: Carsten Alex langweilte sich und stieg erfolgreich aus" src="uploads/RTEmagicC_dpi_600_Kopie.jpg.jpg" width="300" height="331" />er „nichts zu tun hatte. Ich erfreute mich an der Natur, dem Gezwitscher der Vögel, dem Blau des Meeres und dem Rauschen des Windes.“ <br />Schon auf dem Rückweg fühlte er sich am Flughafen in Los Angeles wie im falschen Film. „Alles ist so unwirklich, künstlich und aufgesetzt. Mit 25 US-Dollar können wir einem Kind in Guatemala den Schulbesuch für ein Jahr ermöglichen? Mein Häagen-Dasz-Eis hat gerade sechs gekostet!“ Zurück in Deutschland wunderte er sich über die Fragen seiner Freunde. Sie wollten wissen, was die Reise gekostet habe und was er nun arbeiten wolle. Nur wenige fragten nach seinen Eindrücken und Gefühlen. Als er sich eine billige Wohnung im Berliner Arme-Leute- und Migranten-Kiez Moabit mietete, warnten ihn die Bekannten vor Dreck und zu vielen Ausländern. Für uns Deutsche, schreibt Alex, ist das Glas immer halb leer. Unser Land lebt im Morgen und Übermorgen. Das Individuum könne sich dieser Energie nicht entziehen. Carsten Alex fand über seine alten Kontakte wieder einen Job bei dem Autokonzern, diesmal als Controller. Theoretisch sucht die WirtBlau des Meeres und dem Rauschen des Windes.“ Schon auf dem Rückweg fühlte er sich am Flughafen in Los Angeles wie im falschen Film. „Alles ist so unwirklich, künstlich und aufgesetzt. Mit 25 US-Dollar können wir einem Kind in Guatemala den Schulbesuch für ein Jahr ermöglichen? Mein Häagen-Dasz-Eis hat gerade sechs gekostet!“ Zurück in Deutschland wunderte er sich über die Fragen seiner Freunde. Sie wollten wissen, was die Reise gekostet habe und was er nun arbeiten wolle. Nur wenige fragten nach seinen Eindrücken und Gefühlen. Als er sich eine billige Wohnung im Berliner Arme-Leute- und Migranten-Kiez Moabit mietete, warnten ihn die Bekannten vor Dreck und zu vielen Ausländern. Für uns Deutsche, schreibt Alex, ist das Glas immer halb leer. Unser Land lebt im Morgen und Übermorgen. Das Individuum könne sich dieser Energie nicht entziehen. Carsten Alex fand über seine alten Kontakte wieder einen Job bei dem Autokonzern, diesmal als Controller. Theoretisch sucht die Wirtschaft ja immer Querdenker, Exoten oder Freigeister – „Von wegen!“, erinnert er sich an seine Arbeitssuche.<br /> Lange hielt er es als Angestellter bei den Autobauern nicht aus. „Da ging es nur um Rechenschaft. Mein Vorgesetzter hat sich über vier Prozent Kostensteigerung im Fuhrpark aufgeregt und ich hatte das ganze Elend in Indien und Bangladesch gesehen“, erinnert er sich an seine letzten Tage im Job. Dann kam die Sinnfrage, dann der Auflösungsvertrag. Mit der Abfindung in der Tasche machte er sich selbstständig. Heute vermittelt Alex seine Erfahrungen als Coach und Berater an seine Klienten. „Die Nachfrage ist groß“, freut er sich. Seinen Ausstieg hat er kein einziges Mal bereut. Viele seiner Klienten seien völlig erschöpft, arbeiten am Limit und „pfeifen aus dem letzten Loch“. Ihnen empfiehlt er, sich erst mal „kleine regelmäßige Auszeitinseln“ zu schaffen, Denk- und Atempausen, zum Beispiel einmal pro Woche um 16 Uhr Feierabend zu machen. 
<b>Dem Leben Freiraum geben</b>
 Auch Arnd Corts spricht aus eigener Erfahrung, wenn er seinen Klienten Entschleunigung in kleinen Schritten empfiehlt. „Entrümpeln Sie Ihr Privatleben und schaffen Sie sich zeitliche Freiräume“, rät der Wirtschaftsingenieur, der neben seinem Job als Marketingspezialist eine Weiterbildung zum Persönlichkeitstrainer gemacht hat. Dann qualifizierte er sich zum Therapeuten und baute seine Selbstständigkeit immer weiter aus. Als „Faustformel“ für den Ausstieg aus dem Job empfiehlt Corts, mindestens so viel Geld zurückzulegen, wie man für sechs Monate braucht. Ideal findet er die „Entkoppelung von Arbeit und Einkommen“. Wer mit 1 000 Euro im Monat auskommt, braucht ungefähr 400 000 auf dem Konto, um nur von den Zinsen zu leben. „Was genau heißt Sicherheit und wie sicher sind Angestelltenjobs heute noch?“, fragt er Klienten, die Angst vor einem Sprung ins kalte Wasser haben. 
<p class="welt"><b>Buchtipps<br /><br /></b>Angie Sebrich<br /><b>Nichts gesucht und viel gefunden<br /></b>Von der Medienfrau zur Herbergsmutter.<br />Mein fast normales Leben<br />160 S., 12,95 Euro<br />ISBN: 978-3-451-03016-1<br /><br />Carsten Alex<br /><b>Der Auszeiter<br />Vom Management ins Leben – und zurück<br /></b>166 S., 8,90 Euro<br />ISBN: 978-3-000-21376-2<br /><br /><b>Auszeit als Chance<br />Mit Sabbatical der Karriere auf die Sprünge helfen<br /></b>256 S., 19,95 Euro<br />ISBN: 978-3-854-36407-8</p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich überregional</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Bewusst Leben</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 12:33:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Einsatz ohne Zuschauerquote</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=49&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=266&#38;cHash=e22720684ed7195ae838dcc02df37dde</link>
			<description>Maria Furtwängler ist zum vierten Mal in Kalkutta. Sie kennt die Gegend, die Menschen, ja selbst...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Ein heißer Tag im Januar, dem eigentlich kältesten Monat im Nordosten Indiens. Wir stehen in einer sogenannten Kutcha- Hütte aus Blättern, Holz und Erde. Kaum ein Lichtstrahl dringt durch die Lattenwände, es ist stickig, das Hemd klebt sofort am Körper. Immerhin sind hier keine Asbestplatten mehr verbaut, die in der Nachbarschaft oft zu Lungenkrebs führen. Die Luftverschmutzung mit dem hohen Gehalt an Feinstaub ist ein fast unlösbares Problem und die Schattenseite der fortschreitenden Industrialisierung. Maria Furtwängler ist hier, um ein Mädchen zu besuchen, das an Tuberkulose leidet. Als Kuratoriumspräsidentin der „Ärzte für die Dritte Welt“ hat sie engen Kontakt zu den Projekten. Sie kennt die Patientin schon aus dem letzten Jahr. Ohne Berührungsängste begrüßt sie die Familie und erfährt vom Vater, dass hier sieben Personen auf engstem Raum leben. Das ist keine Ausnahme in Kalkutta, der viertgrößten Stadt des Landes: Ein Drittel der innerstädtischen Bevölkerung, also rund 1,7 Millionen Menschen, lebt in den über 5 500 Slums – und nur die Hälfte ihrer Einwohner am Rande der Stadt ist an ein Wasserleitungsnetz angeschlossen, der andere Teil benutzt Hydranten auf der Straße oder verseuchte Kanäle und Rinnsale. Infektionserkrankungen wie Diarrhöe, Ruhr und Cholera sind dort tägliche Begleiter. 
<b>Helfen gegen die Ohnmacht</b> 
Wir treten aus dem Verschlag ins gleißende Sonnenlicht. Während es uns die Sprache verschlagen hat, ist Evelyn Seltmann, eine Gynäkologin aus Niedersachsen, schon zum nächsten Termin unterwegs. Maria Furtwängler bleibt bei uns: „In Kalkutta hat sich über die Jahre einiges getan. Doch es gibt Stellen, wo die Zustände nach wie vor grauenvoll sind. In Indien erkranken jährlich eine Million Menschen an Tuberkulose, 200 000 Menschen sterben an den Folgen. Die Gründe hierfür haben Sie gerade gesehen: Armut, Minderernährung und die Tatsache, dass die Menschen auf engstem Raum leben müssen.“ Angesichts des Elends und der Armut wäre Resignation für Außenstehende eine nachvollziehbare Reaktion. Furtwängler, selbst promovierte Medizinerin, schützt sich durch den professionellen Blick: „Das erste Mal ist schockierend: der Gestank, der Dreck, die Krankheiten. Ich hatte beim ersten Besuch gleich ein Kind mit einer offenen Tuberkulosewunde auf dem Arm. Da muss man als Ärztin sofort die Berührungsängste verlieren – ich kann ja gar nicht untersuchen, ohne anzufassen. Man hat was zu tun, man ist nicht ausgeliefert, man ist nicht ohnmächtig.“ Ob durch medizinische Hilfe oder Spendensammeln – jeder bringt sich bei „Ärzte für die Dritte Welt“ nach seinen Möglichkeiten ein. Die Idee hinter der Organisation ist ganz einfach: Die „German Doctors“, wie sie hier genannt werden, arbeiten in ihrem Jahresurlaub mindestens sechs Wochen lang in Elendsgebieten Asiens, Afrikas und Südamerikas. Furtwängler hat größten Respekt vor ihren Leistungen: „Eine unglaubliche Geste! Sie verzichten nicht nur auf ihren Urlaub, sie zahlen auch die Hälfte der Flugkosten selbst und wohnen sechs Wochen in den Slums.“ Was sind das für Menschen, die sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit derart aufopfern? 
<img clickenlarge="1" class="links" alt="Bei ihrem vierten Aufenthalt in Kalkutta ist Maria Futwängler den Einwohnern keine Unbekannte mehr" title="Bei ihrem vierten Aufenthalt in Kalkutta ist Maria Futwängler den Einwohnern keine Unbekannte mehr" src="uploads/RTEmagicC_Maria28Roba.jpg.jpg" width="300" height="166" />
<b>Als Lohn ein „Danke“ </b>
Der Jesuitenpater Dr. Bernhard Ehlen hat 1983 die Hilfsorganisation ins Leben gerufen, seitdem ist sie auf den Philippinen und in Indien aktiv. In Bangladesh ist sie seit 1989 mit drei Schulen, einer Gesundheitsstation, einer „rollenden“ Klinik und einer Feeding-Station für unterernährte Mütter und Babys im Einsatz. Es folgten Kenia mit einem HIV-Schwerpunkt und Nicaragua. Bisher haben weit über 2 000 Mediziner geholfen, sie kamen bislang auf mehr als 4 700 Einsätze. „German Doctors“ erhalten weder Spesen noch Honorar, der Lohn ihrer Arbeit sind die glücklichen Augen ihrer Patienten und das Gefühl, wirklich Bedürftigen geholfen zu haben. Furtwängler kann ihre Motivation verstehen: „Es sind in gewisser Weise Idealisten, Menschen, denen es eine unwahrscheinliche Befriedigung verschafft, anderen helfen zu können. Auch wenn ich in viel geringerem Maß mithalf, kann ich das bestätigen: Wenn es einem gelingt, mit geringsten Mitteln schwerste Krankheiten zu bekämpfen, dann ist das extrem eindrucksvoll und befriedigend.“ Dass schon kleine Summen helfen können belegt beispielsweise der finanzielle Aufwand für den Schulbesuch eines an Tuberkulose erkrankten Kindes: Er kostet mit 25 Euro im Monat weniger als eine halbe Tankfüllung. „Wissen Sie, der größte und für mich wichtigste Teil der finanziellen Ausstattung der Organisation sind die privaten Spenden, z. B. der Rentnerin, die von ihrer Rente 80 Euro abgibt. Das ist unglaublich großzügig, deswegen ist es mir auch immer so wichtig zu schauen, wie mit dem Geld umgegangen wird. Und das ist bei den ‚Ärzten in der Dritten Welt‘ absolut beispielhaft.“<b><br /></b>
<b><br />Erfolg und Engagement </b>
Der Weg zum ehrenamtlichen Engagement war auch bei Maria Furtwängler nicht vorhersehbar: Zuerst schlug die Tochter eines Architekten und einer Schauspielerin eine sehr künstlerische Richtung ein. Sie nahm Gesangsstunden, modellierte und goss Bronzefiguren. Mit acht Jahren stand sie 1974 das erste Mal vor der Kamera. In der Schulzeit war sie nach eigenen Worten „schnell und vorlaut“, zumindest Ersteres gehört immer noch untrennbar zu ihrem Charakter. Nach dem Medizinstudium an der Universität Montpellier lernte sie den Verleger Hubert Burda kennen, sie heiraten 1991. Nach ihrer Promotion 1996 praktizierte sie in der Praxis von Dr. Udo Beckenbauer, der sie mit seiner Begeisterung für die Arbeit der „Ärzte für die Dritte Welt“ ansteckte. Nach einem Treffen mit dem charismatischen Gründer Bernhard Ehlen war auch sie infiziert. „Mein soziales Engagement erwachte aber eigentlich erst, als ich Mutter wurde. Meine Kinder wachsen in einem Umfeld auf, in dem man die Dinge allzu leicht für selbstverständlich hält. Davor wollte ich sie von vornherein bewahren, dachte aber zugleich: ‚Wie schaut’s denn bei mir selber aus? Was mache ich aus meinen Möglichkeiten?‘“ Nach der Grundsatzentscheidung für die Schauspielerei ist die Arbeit in der Organisation die Brücke zu ihrem ersten Beruf. Mittlerweile rührt sie seit elf Jahren die Spendetrommel. Als Kuratoriumspräsidentin nutzt Furtwängler ihre Popularität und gute Kontakte, sammelt Geld von großen Unternehmen und organisiert Sachspenden für die Entwicklungsländer. Seit 2002 ist sie durch Ihre Rolle der „Tatort“-Kommissarin Charlotte Lindholm Millionen Zuschauern bekannt, fünf Jahre später hat sie die Idee, Lindholm zur ersten schwangeren deutschen Kommissarin zu machen. „Ich wollte von diesem unglaublichen Glück erzählen, das Kinder sind. Ich finde, wir gehen in Deutschland viel zu wenig emotional an das Thema heran. In meinem Leben sind Kinder die größte Erfüllung, das größte Glück, die größte Liebe. Das klingt pathetisch, aber: So ist es. Für ein Kind kann man sich nur mit dem Gefühl entscheiden.&quot;
<img clickenlarge="1" class="rechts" alt="Als promovierte Medizinerin weiß sie, welch schwere Arbeit die „German Doctors“ hier leisten" title="Als promovierte Medizinerin weiß sie, welch schwere Arbeit die „German Doctors“ hier leisten" src="uploads/RTEmagicC_Maria046Roba.jpg.jpg" width="300" height="200" />
<br /><b>K</b><b>arrie</b><b>re mit Kindern </b>
Maria Furtwängler ist gerne ein Familienmensch, will für ihre beiden Teenager ansprechbar sein, und wie bei fast jeder berufstätigen Mutter ist das ein Spagat. „Mein Leben hat sich durch die Kinder grundlegend verändert. Seitdem überlege ich, wie ich meinen Beruf mit den Kindern vereinbare und wie es meinen Kindern geht, wenn ich arbeite.“ Ein Gedanke, der den meisten Männern neu ist. Doch, gibt sie zu, hier verändert sich die gesellschaftliche Sicht. Nur bei den Rahmenbedingungen in Deutschland hapert es noch immer, da kann die kühle Blonde sehr leidenschaftlich werden: „Man ist schnell eine ‚Rabenmutter‘, wenn man trotz Kleinkindern noch berufstätig ist. Das wird verteufelt. Das eigentliche Problem ist aber, dass in Deutschland einerseits die Betreuungsangebote für Kleinkinder so selten und vor allem schlecht sind. Und dass die Betreuung von Kleinkindern so verteufelt wird. An dieser Stelle sollte man mal den Blick über den Zaun nach Frankreich oder Italien werfen. Dort ist es gang und gäbe, dass man seine Kinder mit einem halben oder mit einem Jahr in Krabbelgruppen gibt. Im Schnitt kommen sie dort auf eine Geburtenrate von knapp zwei, wir sind etwa bei 1,3 pro Frau.“ 
<b>Vorbild oder guter Ton? </b>
Neben den 80 Drehtagen nun also noch ein Spendenmarathon, Bittbriefe an die deutsche Industrie und Reisen in die Dritte Welt. Gibt es manchmal kritische Worte für den TV-Star, der kurz mal einen Slum besucht und ein Kind in die Kamera hält? Maria Furtwängler kennt dieses Gefühl: „Distanz spürte ich bei den Ärzten anfangs tatsächlich, was ich gut verstehen kann. Die machen sechs Wochen oder sogar drei Monate einen harten Job, und plötzlich kommt da jemand, der sich in den Vordergrund schiebt. Bei meiner letzten Reise hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass diese Vorbehalte völlig weg waren. Dass ich über viele Jahre im Stillen Sponsoren mobilisierte und meine privaten Einnahmen aus einer zugehörigen Werbekampagne spendete, hat vermutlich die letzten Zweifel an meiner Aufrichtigkeit und Beharrlichkeit beseitigt.“ Sie weiß, dass sie mehr sein muss als die Frau eines wichtigen Verlegers. Und sie nimmt diese Funktion in der Öffentlichkeit offensiv wahr, medienwirksam und stets reflektiert: „Natürlich können Sie sagen: ‚Die macht das, weil es zum guten Ton gehört.‘ Aber vielleicht macht sie das auch, weil sie sich sagt: ‚Ich habe zwei gesunde Kinder, ich lebe in einer sehr privilegierten Welt und führe ein sehr privilegiertes Leben. Und ich kann und muss davon etwas abgeben. Ich habe viel zu geben und vielleicht empfindet man das erstmals, wenn man Mutter wird. Irgendwie geht das Herz auf und man hat das Gefühl, man kann noch mehr tun.‘ Und wenn ich das damit demonstriere, ist es gut.“ Es gibt aber für Maria Furtwängler noch einen ganz persönlichen Grund, sich immer wieder für gute Zwecke einzusetzen: „Ich komme jedes Mal mit einem größeren Stück Dankbarkeit für das Leben, was wir in unserer Welt leben dürfen, zurück.“ 
<p class="welt"><b>„Ärzte für die Dritte Welt“<br /><br /></b> fördert derzeit neun Langzeitprojekte in fünf Ländern. Das Konzept: Ausgebildete Mediziner tauschen ihren erholsamen Jahresurlaub in einen mindestens sechswöchigen Einsatz auf den Philippinen, in Indien, Nicaragua, Bangladesh oder Kenia. Projektspenden fließen nahezu vollständig in die Arbeit in den Entwicklungsländern. Spendengelder werden hauptsächlich für Medikamente, Verbandsstoffe, medizinische Geräte und Zusatznahrung für unterernährte Kinder verwendet. Die Verwaltungskosten (nur ca. 7,5 % der Gesamtausgaben) übernimmt ein separater Förderkreis. Derzeit helfen jährlich ca. 330 Ärztinnen und Ärzte in medizinisch unterversorgten Gebieten. So werden täglich über 3 000 zum Teil schwer kranke Menschen behandelt, die sonst keine Möglichkeit einer ärztlichen Versorgung hätten. Weitere Infos unter: <link http://www.aerzte3welt.de / _blank "external-link-new-window">www.aerzte3welt.de </link></p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich überregional</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Titelthema</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 11:14:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zickenalarm statt Großstadtmoloch</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=47&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=265&#38;cHash=88d8e550d46cfac47de435c3c6e43550</link>
			<description>Viele Berliner Familien kennen den Karolinenhof bei Flatow als attraktiven Ausflugsort und kommen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Irgendwann in den 80er Jahren hat der Westberliner Roger Lemke mit seiner Heimatstadt Schluss gemacht. Schon seit längerem hatte es in seiner Beziehung zur Stadt gekriselt. Die beiden waren einfach grundverschieden. Für ihn war klar: „Entweder gehe ich dort unter – oder ich verlasse Berlin, um auf dem Land ein neues Leben zu beginnen.“ Er entschied sich für eine landwirtschaftliche Ausbildung, befasste sich zunächst ein Jahr lang mit konventionellem Ackerbau, verbrachte dann zwei Jahre auf einem Milchziegenbetrieb bei Göttingen und entwickelte sich schnell zum Käseexperten. <br />Seine Frau Gela Angermann lernte Roger Lemke auf dem Ziegenhof ihrer Eltern im Bayerischen Wald beim Zickleintränken kennen. Sie war auf dem Hof aufgewachsen und bekam schon als Kind ihre erste Ziege geschenkt. Im Jahr 1991 wurden die beiden ein Paar und suchten gemeinsam nach einem landwirtschaftlichen Objekt in Brandenburg. Die Suche führte sie ins Havelländische Luch, ein landschaftlich reizvolles Feuchtgebiet im Nordwesten von Berlin – und schon bald hatten sich die beiden „in diese Gegend verliebt“. Ihre Wahl fiel auf den Karolinenhof bei Flatow. <br />Heute leben Roger Lemke und Gela Angermann in Gesellschaft von 110 „kunterbunten Karolinenhofziegen“, drei Pferden, einem Esel und jeder Menge Katzen auf dem 32 Hektar großen Ökohof mit Käserei, Hofladen und Wiesencafé. Die Wohnfläche von rund 160 Quadratmetern hat das Paar inzwischen ganz für sich allein. Ihre drei Kinder – 15, 17 und 22 Jahre alt – sind nach Neuruppin gezogen, um näher an Schule, Sportverein, Job und Freunden zu sein. „Für kleine Kinder ist das hier ein Paradies. Bis die Pubertät anfängt. Dann fragen sie nur noch: ‚Wie komme ich hier weg?‘“, sagt Roger Lemke. Doch er hofft, dass die Kinder sich später einmal für das Landleben entscheiden und den elterlichen Betrieb übernehmen. <br /><br /><b>Unverfälschter Käsegenuss</b> 
Die Ziegenbauern vom Karolinenhof verarbeiten im Jahr etwa 60 000 Liter Milch. Daraus entstehen 5 000 Kilo Käse und 10 000 Liter Milch und Trink joghurt. Roger Lemke kümmert sich um die Landwirtschaft, um das Melken der Ziegen morgens und abends. Seine Frau, die eine Ausbildung zur <img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="Große Auswahl hat der Besucher an der Käsetheke" title="Große Auswahl hat der Besucher an der Käsetheke" src="uploads/RTEmagicC_ziegenhof_noch_mehr_ziegen_stella_hempel.jpg.jpg" width="268" height="198" />Molkereifachfrau gemacht hat, übernimmt die Käsereiplanung und ist viel im Café beschäftigt. Von Anfang an war den beiden Ziegenkäsespezialisten klar, dass sie einen Biobetrieb aufbauen wollten. „Zum Landleben gehört für uns auch, bewusst mit Boden, Wasser und so weiter umzugehen und den Leuten Nahrungsmittel zu bieten, die nicht mit irgendwelchen Zusatzstoffen zugehauen und verfälscht worden sind“, sagt Roger Lemke. <br />Als die Karolinenhof-Bauern im Jahr 2000 eine Gaststätte auf ihrem Hof eröffneten, waren sie das erste kontrollierte Bio-Café-Restaurant in Berlin und Brandenburg. Ausflügler können nun im lauschigen Wiesencafé – und in der kühleren Jahreszeit im Wintergarten mit Kamin – die Ziegenmilchprodukte vom Karolinenhof kosten. Auf der Karte stehen gebackene Ziegenkäsetaler, Käsespätzle, Suppen, Salate und Ziegenkäsekuchen. Selbst Cappuccino und Milchkaffee werden mit Ziegenmilch zubereitet. <br />Im Hofladen decken sich Ziegenkäsefans aus Berlin und dem Umland mit gewürzten Frischkäsekugeln, Weichkäse und Schnittkäse ein. Zur Auswahl stehen etwa zwanzig verschiedene Sorten. Darunter auch einige Exoten, wie der handgeschöpfte Ziegenfrischkäse mit Feigenmus und ein gereifter Frischkäse mit Asche und Camembertschimmel namens „Pealzy“. „Es macht einfach Spaß, guten Käse herzustellen – und dafür auch Anerkennung zu bekommen“, sagt Roger Lemke. Daran mangelt es nicht, denn die hervorragende Qualität des Karolinenhöfer Ziegenkäses hat sich inzwischen herumgesprochen. Jedes Jahr räumen die Ziegenkäsespezialisten auf der Grünen Woche und bei der Verbandskäseprüfung Qualitäts- und Innovationspreise ab. Die einzige Berliner Bezugsquelle ihres Käses ist die berühmte Käseabteilung des Edelkaufhauses Galeries Lafayette, was ebenfalls einer Auszeichnung gleichkommt. 
<b>Im Herbst kommen die Kraniche</b> 
Das Jahr beginnt für die Karolinenhof- Bauern regelmäßig mit Zickenalarm, denn Anfang Januar werden die ersten Zicken geboren. Es kann zu Problemen bei den Geburten oder zu Euterentzündungen kommen. Außerdem werden die Zuchtlämmer von Hand aufgezogen, was viel Arbeit macht. „Wir sind dann bis zu viermal am Tag im Stall und tränken etwa 25 Lämmer von Hand“, sagt Lemke. Ab Februar ist bereits mit den ersten Ausflüglern zu rechnen. Neben dem Besucheransturm an den Wochenenden stehen im Sommer auch der <img class="rechts" style="float: right;" alt="Das Wiesencafé kurz vorm großen Ansturm" title="Das Wiesencafé kurz vorm großen Ansturm" src="uploads/RTEmagicC_ziegenhof_aussenansicht_stella_hempel.jpg.jpg" width="300" height="225" />Heuschnitt und die Getreideernte an. Im Herbst könnte das Leben auf dem Ziegenhof eigentlich etwas ruhiger werden, doch dann kommen die Kraniche – und mit ihnen die Ornithologen und Hobbyfotografen. Die Felder hinter dem Karolinenhof werden jedes Jahr im September und Oktober zum Rastplatz für Zehntausende Kraniche auf ihrem Flug in den Süden. Während die beeindruckenden Scharen großer Vögel hier rasten, stärken sich die Naturtouristen im Wiesencafé und futtern Kuchen oder Käse. „Das sind unsere umsatzstärksten Monate“, sagt Lemke. <br />Hin und wieder fährt Roger Lemke nach Berlin und findet es dann „interessant zu sehen, was dort so alles passiert“. Diese kurzen Ausflüge wecken in ihm aber keine Sehnsucht nach dem Großstadtleben. „Als ich neulich aus Berlin nach Hause zurückkehrte, ging gerade die Sonne unter“, erzählt Lemke. „Ich fuhr dem Westen entgegen, erst über die Autobahn, dann die Alleen entlang, sah die Landschaft und die untergehende Sonne und dachte: ‚Toll, dass du diesem Moloch wieder entkommen bist.‘ 
<p class="region"><b>Karolinenhof<br />Ziegenkäserei &amp; Wiesencafé<br /></b>16766 Flatow (Kremmen)<br />Tel.: (03 39 22) 6 01 90<br />E-Mail: <link info@guter-ziegenkaese.de - mail "Opens window for sending email">info@guter-ziegenkaese.de</link><br />Internet: <link http://www.guter-ziegenkaese.de/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window">www.guter-ziegenkaese.de</link><br />Saison: 14. Februar bis 22. November 2009<br />Öffnungszeiten: März bis Oktober:<br />Mi. bis Fr. 11 bis 20 Uhr, Sa. bis So. und<br />Feiertage 9 bis 20 Uhr, November: Fr. bis So. 11 bis 18 Uhr</p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich Berlin</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Landleben</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 11:44:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Die Eifeler Senf-Dynastie</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=48&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=264&#38;cHash=1c1fb35d1e44803caebe6f095a63dad6</link>
			<description>Seit 1882 produziert die Familie Breuer in Monschau Senf. Und das mit Erfolg: In den vergangenen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wenn die Mühle im Hause Breuer klappert, klingt die Tradition mit. Seit mehr als hundert Jahren rappelt die mehrere Meter große Senfmühle der Familie; eine altertümliche Maschine treibt zwei historische Mühlsteine an, unter deren Druck sich die einzelnen Zutaten in zwei Mahlvorgängen zu einem leckeren Senf vermischen, der am Ende in einen großen Holzbehälter tropft. Bis zu 400 Kilogramm des Gewürzes pro Tag können so nach dieser Methode der Vorfahren produziert werden. „Mein Ururgroßvater hat 1882 mit seinem Bruder erstmals unseren Ursenf hergestellt und verkauft“, erklärt die Juniorchefin Ruth Breuer (45), die mit ihrem Vater Guido Breuer (69) das Familienunternehmen in der vierten und fünften Generation leitet. „Seitdem wurde die Senfmühle von Generation zu Generation weiterbetrieben. Ich bin zum Beispiel mit den Geräuschen der Maschine groß geworden. Von meinem Schlafzimmer aus konnte ich den Mahlvorgang hören – und deswegen auch immer besonders gut schlafen.“ 
<p class="welt"><b>Süß, scharf, fruchtig:</b> <b>19 Sorten Senf </b><img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="Süß, scharf, fruchtig: 19 Sorten Senf" title="Süß, scharf, fruchtig: 19 Sorten Senf" src="uploads/RTEmagicC_Senf.jpg.jpg" width="220" height="211" /><br />Neben dem „Ursenf“ von 1892 und dem Kaisersenf von 1897 werden 17 weitere Sorten hergestellt, alle kreiert von Guido Breuer und seiner Familie. Es gibt Senf in den Richtungen: grüner Pfeffer, Chili, Meerrettich (alle scharf), Honig-Mohn, Altdeutsch (beide süß), Limone, Orange, Tomate, Johannisbeere, Feige (alle fruchtig) und zudem Knoblauch, Estragon, Englisch- Curry, Schlesisch mit Kümmel, Riesling, Wildkräuter-Bärlauch sowie Ingwer-Ananas. <b><br /><br />Senf-Pralinen, Senflikör und mehr</b> <br />In der Senfmühle wird nicht nur Senf hergestellt. Das Sortiment ist in den vergangenen Jahren extrem gewachsen. So gibt es unter anderem einen Sahne-Senflikör mit Namen „Moutardino“, ein Senfsalatöl sowie eine Wellness-Linie mit Badesalz, Meersalzpeeling und Massageöl (natürlich alles mit dem Zusatz von Senf). Größter Clou sind aber die Senfpralinen, die zusammen mit einem belgischen Confiseur hergestellt werden. Schmeckt wirklich! </p>
<b>Streng geheim – die richtige Gewürzkombination </b>
<b></b>Dabei wird der Senf nicht im klassischen Sinne gemahlen. Das Senfmehl wird fertig angeliefert, die Mühlsteine dienen „nur“ dazu, dass sich die einzelnen Bestandteile, die vorher schon angerührt worden sind, miteinander verbinden. „Im Gegensatz zu Industrieprodukten ist unser Senf kalt vermahlen“, erklärt Breuer. „Dadurch entfaltet sich der Geschmack besser und die Zutaten verbinden sich besser.“ Neben Senfmehl, Essig und Kochsalz ist die richtige Gewürzkombination entscheidend für den Geschmack, diese ist natürlich geheim. „Wir arbeiten ohne Konservierungsstoffe und Aromen“, erklärt die Juniorchefin. „Salz und Essig sorgen dafür, dass sich der Senf auch so lange hält.“ <br />Insgesamt 19 verschiedene Sorten Senf werden zurzeit in der Senfmühle hergestellt. Dabei auch exotische Sorten wie Honig-Mohn- oder Feigensenf. Eine einzelne Sorte zu kreieren, ist dabei ein langwieriger Prozess. „Das kann ein bis zwei Jahre dauern“, verrät Breuer. „Schließlich kann sich der Geschmack des Senfes nach einiger Zeit verändern – dann muss man wieder von vorne anfangen.“ <br />Vor allem seit den 1980er Jahren floriert das Geschäft. Inzwischen arbeiten bis zu 50 Mitarbeiter für die „Eifeler Senfdynastie“, die sich vom kleinen Familiengeschäft zu einem prosperierenden Unternehmen mit eigenem Shop und Restaurant gemausert hat. Dass die Geschäfte so gut laufen, liegt sicher auch an der Liebe der Familie zu ihren eigenen Produkten. „Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass mein Mann, mein Sohn und ich extrem viel Senf essen“, erklärt Ruth Breuer. „Wir haben ausgerechnet, dass wir im Jahr auf rund 30 Kilo Senf kommen. Bei uns gibt’s eigentlich keine Mahlzeit ohne Senf. Und mein Vater isst sogar noch mehr – besonders, wenn die neuen Senfkreationen da sind.“ Dennoch: Auch wenn die Breuers den Senf quasi mit der Muttermilch aufgesogen haben, fällt es nicht immer leicht, die Tradition fortzusetzen. So musste Seniorchef Breuer seinen Vater vor Jahrzehnten überreden, die Produktion aufrechtzuerhalten. Und auch die Juniorchefin Breuer hat einige Anläufe gebraucht, um wieder zu ihrer alten Heimat zurückzufinden. „Nach meinem Abitur war es für mich zunächst kein Thema, in der Mühle einzusteigen“, erklärt die 45-Jährige, die zwischenzeitlich in Aachen, Koblenz und Köln gelebt hat. Und auch eine erste Rückkehr nach Monschau scheiterte nach knapp zwei Jahren. „2000 bin ich nach einem Generationenkonflikt wieder aus dem elterlichen Betrieb ausgestiegen und nach Gütersloh gezogen.“ 
<p class="welt"><b>Das ist die Senfmühle <br /></b>Die Senfmühle liegt im Laufental am Rande des Eifel-Städtchens Monschau (12 000 Einwohner, Regierungsbezirk Köln) rund 100 Kilometer von Düsseldorf und Köln entfernt. Neben der Senfmühle gibt es ein Restaurant, ein Wohnhaus, einen Weinkeller und einen Shop, in dem täglich Senf gekauft werden kann. Führungen gibt’s mittwochs und freitags (11 und 14 Uhr) und auf Anfrage. Infos, Öffnungszeiten, Anfahrtswege, Bestellmöglichkeiten und mehr unter: <link http://www.senfmühle.de / _blank "external-link-new-window">www.senfmühle.de </link></p>
<b>Senf ist dicker als Blut</b> 
Doch wer wie Ruth Breuer einmal am Familien-Senftopf genascht hat, der ist für immer mit der Tradition verhaftet. „Die Mühle hat mich nie losgelassen“, erklärt sie heute lächelnd. „Ich hätte es nicht über das Herz gebracht, mich ganz von ihr zu trennen.“ Und so überredete die Juniorchefin 2004 ihren Mann, auf seine Karriere zu verzichten, um wieder nach Monschau aufs Land zu ziehen – der Familie und dem Senf zuliebe. <br />Die Zukunft der Senfmüller-Dynastie scheint gesichert. Denn auch der siebenjährige Emil, Sohn von Ruth Breuer, ist ein echter Senf-Fan. „Er futtert schon fleißig unsere Produkte“, lacht die Mutter. „Ich fände es sehr schön, wenn er die Mühle einmal übernimmt.“ Doch bis es soweit ist, wird noch einige Zeit vergehen. Und bis dahin hat die Juniorchefin noch große Pläne. „Ich will hier einiges schaffen“, sagt sie. „So schwebt mir etwa der Bau eines interaktiven Senfmuseums vor, gleich neben der klappernden Mühle.“ 
<p class="welt"><b>Historische Senfmühle</b><b> Monschau<br /></b>Laufenstraße 118<br />52156 Monschau<br />Tel.: (0 24 72) 22 45<br />Fax: (0 24 72) 59 99<br />E-Mail: <link info@senfmuehle.de - mail "Opens window for sending email">info@senfmuehle.de</link><br />Internet:<link http://www.senfmuehle.de/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window"> www.senfmuehle.de</link><br /><br /><b>Senfonie – Der Eckladen für Genießer<br /></b>Kirchstraße/Ecke Stadtstraße<br />52156 Monschau<br />Tel.: (0 24 72) 80 33 72<br />Restaurant Schnabuleum<br />Tel.: (0 24 72) 90 98 40 oder 22 45</p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich Düsseldorf</category>
			<category>natürlich KÖLN</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Landleben</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 23 Aug 2010 12:27:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Berg der Gelehrten </title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=50&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=263&#38;cHash=ecf3370187ae9923099a05aef2aa85a7</link>
			<description>Der Name Weihenstephan steht für gutes Bier und Molkereiprodukte. Für Biowissenschaftler ist der...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Wer von Freising nach Weihenstephan hinaufwandert, versteht schnell, weshalb Bischof Egilbert von Freising auf dem Hügel im Jahr 1021 eine Benediktinerabtei gründete. Vom ehemaligen Rosengarten der Mönche aus hat man ein Alpenpanorama, das so weit reicht wie sonst kaum irgendwo in Oberbayern. Der Blick geht vom Watzmann im äußersten Osten bis zur Zugspitze und den Allgäuer Alpen im Westen. Bei dieser Aussicht wundert es auch nicht, dass die Mönche ihr Kloster nach Zerstörungen durch die Ungarn im 10. Jahrhundert, Verwüstungen im Dreißigjährigen und im Spanischen Erbfolgekrieg sowie einem Erdbeben immer wieder aufbauten. Nur die Verstaatlichung des Klosters im Zuge der Säkularisation hätte die Anlage fast nicht überstanden, hätten sich die Mönche nicht schon seit Jahrhunderten mit der Verbesserung der landwirtschaftlichen Erträge auf ihren Höfen beschäftigt und bereits im Jahr 1040 eine Brauerei gegründet. Für Justus von Liebig lag es daher nahe, die Bayerische Hauptversuchsanstalt für Landwirtschaft 1855 in Weihenstephan anzusiedeln. Zehn Jahre später wurden dort auch erstmals Bierbrauer ausgebildet. Heute ist Weihenstephan nicht nur die älteste Brauerei, sondern auch eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für Brauer aus aller Welt. 
<b>Forschen am Fuße des Klosters </b>
Mindestens ebenso international geht es auf dem Campus der Technischen Universität München (TUM) am Fuß des Klosterberges zu, der in den vergangenen Jahrzehnten für über 120 Millionen Euro gebaut wurde. So still wie einst im Kloster ist die Gelehrsamkeit dort heute allerdings längst nicht mehr. Vor den Institutsgebäuden stehen Fahrräder, Studenten eilen von der Vorlesung in die Mensa oder Bibliothek, und auf der Terrasse der UniBar ist an schönen Tagen kein Platz mehr frei. Insgesamt 3 000 Studenten der TUM streben in Weihenstephan einen Abschluss in den Agrar- und Gartenbau-, Bio-, Forst- und Ernährungswissenschaften, in Brau- und Lebensmitteltechnologie sowie Landschaftsarchitektur und -planung an. Dazu kommen noch einmal fast 4 000 Studenten an der Fachhochschule Weihenstephan sowie der Staatlichen Schule für Blumenkunst. <br /><img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="Studium einmal anders: Studentinnen der TU München auf dem Feld" title="Studium einmal anders: Studentinnen der TU München auf dem Feld" src="uploads/RTEmagicC_Ersatz_Bild_2_NM_Land_Kopie.jpg.jpg" width="300" height="266" />Unterrichtet werden die Studenten der TUM von 90 Professoren – das sind etwa so viele, wie an der gesamten Universität Passau lehren. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Bio- und Gentechnologie, dem Bereich der biogenen Rohstoffe, der nachhaltigen Landnutzung, Holzforschung und Ernährungsphysiologie, der Ökologie sowie gemeinsam mit dem in Weihenstephan ansässigen Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung auch in der Verfahrenstechnik, also der Wissenschaft davon, wie aus Rohstoffen Lebensmittel werden. „Wir bilden die gesamte Lebensmittelkette vom Pflanzenanbau und der Tierzucht über die Mikrobiologie, Forst- und Agrarwissenschaft bis hin zu den Ernährungswissenschaften und der Ernährungsmedizin ab. Das gibt es in Deutschland nirgendwo sonst“, erklärt der Präsident der TUM und Professor für Anorganische Chemie Wolfgang Herrmann.<br /> Ein Großteil der Forschungsprojekte hat dabei international wegweisenden Charakter. So hat Dirk Haller, Professor für die Biofunktionalität der Lebensmittel in Weihenstephan, herausgefunden, weshalb der in den meisten probiotischen Joghurts enthaltene Bakterienstamm Lactobacillus casei den Verlauf von chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa abmildert und wie sich die dabei wirkenden Komponenten des Bakteriums so isolieren lassen, dass eine effizientere Behandlung der beiden Krankheiten möglich wird. Immerhin 3,5 Millionen Europäer und US-Amerikaner leiden heute unter Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Krankheiten, für die es bislang keine effiziente Therapie gibt.
<b>Wissenschaft für Genuss </b>
Ein bodenständigeres, wenn auch nicht weniger wichtiges Forschungsziel verfolgen Hallers Kollegen Professor Peter Schieberle und Professor Thomas Hofmann. Um fettreduzierte Lebensmittel herstellen zu können, untersuchen die beiden Lebensmittelchemiker, weshalb Fette in Nahrungsmitteln als Geschmacksträger funktionieren und ob sich der gleiche Effekt nicht auch in Lebensmitteln mit weniger Fett erzielen lässt. Ihre Ergebnisse könnten vielen Menschen eines Tages helfen, etwas gegen ihre Fettleibigkeit zu tun, ohne auf Genuss verzichten zu müssen. <br />Über all den zukunftsweisenden Arbeiten in den Ernährungswissenschaften behalten die Weihenstephaner Wissenschaftler jedoch auch ihre Wurzeln im Blick. Damit auch das Brauwesen auf dem Berg der Gelehrten Zukunft hat, wird noch in diesem Jahr der Grundstein des neuen Zentralinstituts für internationale Getränkewissenschaft gelegt. An ihm soll unter anderem untersucht werden, wie sich Braugetränke wie Bionade noch besser herstellen lassen. Immerhin laufen derartige Erfrischungen dem klassischen Gerstensaft nach seiner über tausendjährigen Geschichte immer mehr den Rang ab. 
<p class="region"><b>Brauerei Weihenstephan<br /><br /></b>Die Brauerei Weihenstephan bietet zwei unterschiedliche Führungen an.<br />1. Führung mit Besuch des Brauereimuseums und Rundgang durch die Brauerei. Dauer eine gute Stunde. Preis: 6 Euro.<br />2. Führung mit Besuch des Brauereimuseums, Rundgang durch die Brauerei und zusätzlich eine Bierverkostung. Dauer zwei Stunden. Preis: 9 Euro.<br />Führungszeiten: Mo., Mi. 10 Uhr, Di. 10 Uhr und 13.30 Uhr<br />Anmeldung erforderlich unter<br /><b>Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan<br /></b>Alte Akademie 2<br />85354 Freising<br />Tel.: (0 81 61) 53 60<br />E-Mail: <link info@weihenstephaner.de - mail "Opens window for sending email">info@weihenstephaner.de</link><br />Internet:<link http://www.weihenstephaner.de/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window"> www.weihenstephaner.de</link></p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich MÜNCHEN</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Landleben</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 11:51:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Geborgen, sicher und frei</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=52&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=262&#38;cHash=b9a2ab2d69e2a8b48a10949fe15958f4</link>
			<description>Hallig Hooge, Samstag, gegen halb elf. Die „Hauke Haien“ legt an. Drei Busladungen Ausflugsgäste...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Drei Gruppen, das heißt Hochbetrieb im Gasthaus Seehund auf der Hanswarft, der größten der zehn Warften auf Hooge. Samar Dell Missier, die gemeinsam mit ihrem Mann Jörg seit sechs Jahren den „Seehund“ betreibt, geht von Tisch zu Tisch, nimmt Bestellungen auf. Matjes mit Bratkartoffeln, Krabben, hier Porren genannt, Erbsensuppe mit Wurst. Inseltypisch das Essen, der Gastraum mit maritimen Motiven gekachelt, die Deckenbalken blau gestrichen. Friesische Gemütlichkeit. <br />Seit 20 Jahren lebt Samar Dell Missier auf Hooge – und sie liebt den Herbst. „Ich genieße diese Zeit.“ Natürlich sei es kalt und stürmisch. „Aber herrlich ruhig. Wir haben dann viel mehr Zeit für uns.“ Die 52-Jährige stammt aus dem Libanon, aus Beirut. Dort war sie am Kindergarten der Deutschen Schule tätig, ehe sie aus dem bürgerkriegsgeplagten Land nach Deutschland kam. Jetzt betreut sie vormittags die Hooger Kindergartenkinder – es sind vier – unterrichtet die sechs Inselschüler in Englisch und steht danach am Tresen des „Seehunds“. Sie schätzt die Geborgenheit und die Sicherheit auf der Insel. „Wir brauchen nicht abzuschließen, es gibt keine Kriminalität. Das gibt uns eine große Freiheit.“ <br />Das Gasthaus ist das ganze Jahr über geöffnet, wenn auch in Herbst und Winter der Besucherstrom nachlässt. Dann fährt die Fähre nicht mehr jeden Tag und Jörg und Samar Dell Missier fahren den Betrieb herunter. <img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="Samar Dell Missier in ihrem Element" title="Samar Dell Missier in ihrem Element" src="uploads/RTEmagicC_Samar_Dell_Missier_am_Tre_Kopie.jpg.jpg" width="260" height="308" />Ab November, wenn kaum noch Gäste auf die Hallig kommen, wechselt man sich mit dem Nachbarbetrieb ab, dann ist nur wochenweise geöffnet, und zwar zwischen 18 und 21 Uhr zum Abendessen. Das ist auch die Zeit des „Land unter“, wenn die Hallig komplett überschwemmt ist – mit Ausnahme der aufgeschütteten Hügel, der sogenannten Warften. Angst macht das der Wirtin nicht. Nur als das Wasser stieg, während sie im neunten Monat mit ihrer mittlerweile neunjährigen Tochter Merle schwanger war, konnte sie dem Naturschauspiel nichts abgewinnen. Normalerweise aber sei es faszinierend, den langsamen Anstieg des Wasserspiegels zu beobachten. Merle muss dann nicht in die Schule, für die Feriengäste fährt kein Schiff, und Jörg Dell Missier, bei der Hooger Feuerwehr aktiv, ist dann im Einsatz.<br /> „Wenn Not am Mann ist, hilft eine Hand der anderen“, sagt seine Frau. Das schätzt sie an der Hallig. Und die Abwechslung zwischen den trubeligen Ferienzeiten und den entspannten Herbst- und Wintertagen. „Wenn man hier bleibt, muss man nicht nur die Ruhe, sondern auch den Job mögen.“ <br />Die meisten der 111 Hooger arbeiten für den Tourismus, im Sommer ergänzt um 25 Saisonkräfte. Eine Handvoll ist im Küstenschutz und in der Landwirtschaft tätig. Schafe und Rinder weiden neben den Kutschpferden auf den nicht eingedeichten Wiesen. Sie schaffen in der kalten Jahreszeit ein geradezu surreales Bild, das Samar Dell Missier besonders liebt. „Wenn im Bodennebel nur die Köpfe der Kühe zu sehen sind, weiß ich immer wieder, warum ich so gern auf Hooge lebe.“ 
<p class="region"><b>Gasthaus und Pension<br />„Zum Seehund“<br /></b>25859 Hallig Hooge<br />Tel.: (0 48 49) 2 26<br />Fax: (0 48 49) 90 99 19<br />E-Mail: <link cafe-seehund@t-online.de - mail "Opens window for sending email">cafe-seehund@t-online.de</link><br />Internet: <link http://www.zumseehund.de/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window">www.zumseehund.de</link><br />ganzjährig geöffnet, zwei Doppelzimmer.</p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich Hamburg</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Landleben</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 11:45:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Saftiger Apfelrührkuchen</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=49&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=261&#38;cHash=e81867008426ce57cc2b071df35516b9</link>
			<description>Zubereitung Butter, Eigelb und Zucker schaumig rühren. Alle anderen Zutaten zufügen, zuletzt das...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<b>Für den Teig<br /></b>100 g Butter<br />2 Eigelb<br />75 g Zucker<br />175 g Mehl<br />1 Prise Salz<br />3–4 EL Milch<br />½ Päckchen Backpulver
<b>Für die Auflage<br /></b>500 g Boskoop geschält und in kleine<br />Stücke geschnitten<br />2 EL Rumtopffrüchte oder Rosinen<br />20 g Butter<br />75 g brauner Zucker]]></content:encoded>
			<category>natürlich überregional</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Wissen und Erleben</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:52:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Gute Äpfel, böse Äpfel</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=49&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=260&#38;cHash=8cc389874f6a4d32607e4a740b6952b0</link>
			<description>Wer Importäpfel aus Neuseeland kauft, schädigt das Klima? Äpfel aus der Region dagegen haben eine...</description>
			<content:encoded><![CDATA[Es gibt trotzdem viele gute Gründe, die Äpfel aus der Nachbarschaft den importierten vorzuziehen. Die große Geschmacksvielfalt vieler regionaler Sorten zu erhalten, ist vielleicht der schönste. Wie viele heimische Apfelsorten es in Deutschland gab und noch gibt, das weiß auch Apfelbauer Eckart Brandt nicht. 5 000 vielleicht oder 10 000 Sorten? Seit 25 Jahren sammelt der Apfelbauer von der Niederelbe regionale und lokale Apfelsorten in seinem „Boomgarden“, eine Art Arche Noah für norddeutsche Apfelsorten – gut 800 hat er schon zusammengetragen und angepflanzt. 
<h4>Manche Äpfel brauchen Seeklima </h4>
Die nordischen Apfelsorten sind ein wenig säuerlich und würzig. Der Holsteiner Cox gehört in diese Familie. Ursprünglich stammt er aus dem holsteinischen Eutin. Sein typisches Aroma entwickelt er im kühlen Seeklima. Auch ihm macht der Klimawandel zu schaffen. Apfelbauer Sönke Spiekermann, der einen <img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="16 Kilogramm Äpfel isst der Deutsche im Schnitt pro Jahr" title="16 Kilogramm Äpfel isst der Deutsche im Schnitt pro Jahr" src="uploads/RTEmagicC__c__Elena_-_Fotolia.com.jpg.jpg" width="198" height="149" />Obsthof nördlich der Elbe bearbeitet, kann den Klimawandel schon schmecken. Früher galt der Holsteiner Cox südlich der Elbe als geschmacksarm. Heute ist auch Spiekermanns Standort nördlich der Elbe zu warm geworden für einen aromatischen „Holsteiner“. „Ihm fehlt die Säure“, sagt der Obstbauer. <br />Über Jahrhunderte waren Apfelsorten perfekt angepasst an ihren Standort: an Boden, Wind und Temperatur. Echt norddeutsch, das ist auch der Finkenwerder Herbstprinz. Golden, rotbackig, glockenförmig, kräftig und würzig. Kurz gesagt, er ist der Lieblingsapfel von Apfelsortensammler Eckart Brandt. Der „Herbstprinz“ ist mit rund 100 Jahren keine uralte Sorte, aber vom Aussterben bedroht. Entdeckt und benannt wurde er um die vorletzte Jahrhundertwende von einem Obstbauern auf der Elbinsel Finkenwerder, die heute zu Hamburg gehört. <br />„Der Prinz“ war ein Zufallssämling, ein Baum, der aus einem Apfelkern wuchs. Geschmacklich, in Form, in Farbe und Wuchs war dieses Einzelexemplar so interessant, dass er dem Finkenwerder Obstbauern auffiel, der ihn dann zur Sorte kultivierte. Eine große wirtschaftliche Bedeutung hatte der Finkenwerder Herbstprinz nie. Heute hat er außerhalb von Hamburg überhaupt keine mehr. Aber er ist eine wertvolle Genreserve in Zeiten, in denen die Arten- und Sortenvielfalt rapide abnimmt. 
<h4>Von Jonagold bis Red Delicious </h4>
In den deutschen Obstanbauregionen werden rund 60 Apfelsorten gepflegt. Große wirtschaftliche Bedeutung haben nur rund eine Handvoll. Das sind die Sorten, die über die Supermärkte gehandelt werden. Sie sind kostengünstig zu produzieren. Die Bäume haben große Früchte, sie tragen viel, reifen zeitgleich. Sie sind immer lieferbar, gut lagerfähig, robust, gleichmäßig und süß. Sie tragen globale Namen: Jonagold, Gala, Granny Smith, Elstar, Golden Delicious oder Red Delicious. Obstbauern müssen diese populären Sorten anbauen, weil der Verbraucher diese Sorten kennt, erwartet und kauft. <img clickenlarge="1" class="rechts" style="float: right;" alt="Geschmackskosmos Apfel: 5 000 Apfelsorten soll es angeblich geben, vielleicht sind es aber auch 10 000" title="Geschmackskosmos Apfel: 5 000 Apfelsorten soll es angeblich geben, vielleicht sind es aber auch 10 000" src="uploads/RTEmagicC__c__Philip_Date_-_Fotolia.c_Kopie.jpg.jpg" width="254" height="174" /><br />Das Sortiment von hiesigen Obstbauern umfasst neben Jonagold und Elstar auch Neuzüchtungen. Für den Apfelbauern wirtschaftlich interessant sind zum Beispiel Sorten, die früh reifen, aber dennoch robust und lagerfähig sind. Andere Neuzüchtungen wie der „Red Prince“ werden von aufwendigen Marketingaktionen begleitet. Mit Sorgen betrachten Obstbauern die Entwicklung von Lizenzsorten. Der Cripps Pink zum Beispiel ist eine australische Neuzüchtung, die in Europa markenrechtlich unter dem Namen Pink Lady geschützt ist. Für Anbau und Vermarktung von Pink Lady muss der Obsthof eine Lizenz erwerben. Im Spätsommer sind die Kühlhäuser auf den Obsthöfen leergeräumt. Sie werden auf die neue Apfelernte vorbereitet. Für die ersten Äpfel des Jahres ist die kurze Saison Anfang September allerdings schon vorbei, für den Klarapfel zum Beispiel. Er ist sehr früh, klein, grün, frisch und eher sauer und wird zudem schnell mehlig. Die lagerfähigen Sorten werden erst später reif. Ab Mitte September sind Cox und Holsteiner Cox genussfähig, später im Jahr dann Elstar und Jonagold. 
<p class="welt"><b>Die verschiedenen Apfelsorten</b><br /><br /><b>Frühe Sorten <br /></b>Frühe Apfelsorten werden auch Sommeräpfel genannt. Sie reifen im August. Geschmacklich sind sie säuerlich und frisch. Sie sind klein und wenig haltbar. Wegen ihrer schlechten Transport- und Lagerfähigkeit sind Sommerapfelsorten am ehesten auf dem Wochenmarkt zu finden. Typische Sommeräpfel sind Klarapfel, Jamba, Astramel, Schöner von Bath, Pfirsichroter Sommerapfel, Piros. <br /><br /><b>Herbst-Sorten <br /></b>Die meisten bekannten Apfelsorten gehören zur Gruppe der Herbstäpfel, die im September und Oktober reifen. Sie sind robuster als die ganz frühen Sorten und lagerfähig. Dazu gehören die Sorten Alkmene, Gravensteiner, Holsteiner Cox, James Grieve, Grahams Jubiläumsapfel. <b><br /><br />Winteräpfel <br /></b>Winteräpfel sind Lageräpfel. Sie werden im Oktober oder November gepflückt und brauchen anschließend die Lagerung, um genussreif zu werden. Viele Sorten sind erst nach Weihnachten geschmacklich ausgereift. Sie halten bis März oder auch April. Zu den Lageräpfeln zählen Boskoop, Cox Orange, Borsdorfer, Finkenwerder Herbstprinz, Glockenapfel, Gloster, Berlepsch, Rote Sternrenette. </p>
<h4>Im Kühlhaus halten Äpfel bis zum Juni </h4>
Die größeren Obstbaubetriebe verkaufen das ganze Jahr über Äpfel aus eigenem Anbau. Dafür müssen sie die Früchte im Kühlhaus einlagern. Sie werden in einem ganz bestimmten Reifestadium gepflückt und bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt in Holzkisten gelagert. Die Reife wird zudem künstlich verzögert, indem der Raumluft sowohl Sauerstoff als auch Kohlendioxid entzogen werden. Die Äpfel fallen in eine Art Tiefschlaf. Auch zu Hause halten Äpfel am längsten im Gemüsefach des Kühlschranks. <br />Die professionelle Lagerung der Äpfel ist teuer. In jedem Kilo heimischer Äpfel stecken rund 70 Cent „Produktionskosten“. Das sind die Kosten für die Baumpflanzung und Pflege, für die Düngung und die Schädlingsbekämpfung, für das Pflücken und die Kosten für das Einlagern. Das Einlagern macht rund ein Viertel der Produktionskosten aus, genauso viel wie das Pflücken per Hand. 
<h4>Zwei von drei Äpfeln sind importiert </h4>
80 Prozent aller in Deutschland gegessenen Äpfel gehen aber nicht im Hofladen oder auf dem Marktstand über den Ladentisch, sondern im Supermarkt. Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 16 Kilogramm ist der Verzehr in Deutschland zwar ganz leicht rückläufig, aber Äpfel sind mit Abstand das meistgekaufte Obst. Was die Statistik noch verrät: Es werden genauso viele Äpfel im Juni gegessen wie im September und im Dezember und in allen anderen Monaten des Jahres. Egal ob Saison oder nicht, Äpfel werden in gleicher Menge das ganze Jahr über gekauft. <br />Obwohl es in Deutschland große Apfelanbaugebiete gibt, können sie den Bedarf des heimischen Marktes nicht decken. Die Selbstversorgerrate liegt bei 30 Prozent. Zwei von drei Äpfeln sind importiert. Sie kommen je nach Jahreszeit aus Italien und Frankreich oder im Sommer aus Neuseeland, Chile und Argentinien. 
<h4>Kältelagerung contra langer Transport </h4>
Sind nur heimische Äpfel öko? Sind importierte Äpfel Klimakiller? Es sei ein Irrglaube, dass Äpfel aus Übersee grundsätzlich eine schlechtere Energiebilanz aufwiesen als heimische Äpfel, kommentiert Professor Elmar Schlicht aus Gießen die Ergebnisse seiner Studie. Der Energieaufwand für den Überseetransport ist nicht höher als der Energieaufwand für die Kältelagerung von heimischen Äpfeln. <br />Äpfel aus Übersee werden in 20-Tonnen-Containern über den Schifffahrtsweg nach Europa transportiert. Das ist ein vergleichsweise geringer Energieaufwand auf den einzelnen Apfel bezogen. Die Äpfel werden zudem gepflückt und ohne den Umweg über das Lagern verschifft. Im Sommer ist der Energieaufwand für den Import-Apfel nicht höher als der Energieaufwand für die monatelange Kühlhauslagerung heimischer Äpfel. Anders sieht es im Herbst aus, wenn die heimischen Äpfel reif sind und direkt in den Verkauf gelangen. <br /><img clickenlarge="1" class="links" style="float: left;" alt="Herbst ist die Zeit für Äpfel aus der Region" title="Herbst ist die Zeit für Äpfel aus der Region" src="uploads/RTEmagicC__c__f_rullier_-_Foto_Kopie.jpg.jpg" width="266" height="178" />Kritiker der Studie hingegen argumentieren für eine differenzierte Betrachtungsweise. Man könne nicht fossile Energieträger wie Erdöl für den Schiffstransport mit regenerativen Energien für moderne Kühlhauslagerung vergleichen. Außerdem darf man nicht nur den Energieaufwand rechnen, sondern muss auch die kulturelle Leistung des Obstbauern für den Erhalt der Landschaft, für Naturschutz und Umwelt berücksichtigen. <br />Egal ob Import-Äpfel oder heimische Ernte, einen wesentlichen Anteil am Energieaufwand pro Apfel trägt der Verbraucher selbst durch sein Einkaufsverhalten. Es ist ein Unterschied, ob er zwanzig Kilometer mit dem Pkw zum Obstbauern fährt und Äpfel kauft oder seine Einkaufstour klimafreundlich mit dem Fahrrad zurücklegt. <br />Auch der logistische Aufwand der Obstbauern trägt zur Energiebilanz des Apfels bei. Kleine Obstanbaubetriebe ohne Lager müssen ihre Ernte zu weiter entfernteren Lagern fahren. Und kleine Transportfahrzeuge verbrauchen pro Kilogramm Apfel gerechnet viel mehr Energie als große Lkws. <br />Es ist also immer eine Abwägung, lehrt die Studie. Richtig öko heißt: Nur dann Äpfel essen, wenn sie hier reif sind und in der Nähe kaufen. Unschlagbar klimafreundlich ist die Ernte vom Apfelbaum im eigenen Garten. 
<p class="welt"><b>Die deutschen Apfelanbaugebiete<br /></b><br />Mit 10 000 Hektar ist <b>Baden-Württemberg </b>das größte Apfel-Anbaugebiet der Bundesrepublik. Schon vor 1 300 Jahren wurden auf der Bodenseeinsel Reichenau Äpfel angebaut. Wegen des milden Klimas wachsen hier auch neue Sorten wie Fuji und Cameo. Große Apfelhöfe gibt es neben der Bodenseeregion im Neckarraum und in Mittelbaden. <br />Dicht an dicht stehen die Apfelbäume entlang der Elbe im <b>„Alten Land“</b>. Der Obstanbau an der <b>Niederelbe </b>prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch die Architektur dieser Region. Große Fachwerkhöfe zeugen von dem Wohlstand vieler Apfelbauern. <br />Jeder zweite deutsche Apfel kommt aus Baden-Württemberg und dem „Alten Land“. Die andere Hälfte stammt aus Obst-Anbaugebieten in <b>Mittelhessen</b>, in <b>Thüringen</b>, <b>Sachsen</b> und aus dem <b>Rhein- Sieg-Kreis.</b> <br />Aber auch in <b>Brandenburg</b> kommen Apfelliebhaber auf ihre Kosten: Im „Berliner Obstgarten“ rund um <b>Werder</b> an der Havel ist der Apfelanbau das wirtschaftliche Rückgrat des Obstanbaus, rund 1 200 von 3 300 Hektar sind mit Apfelbäumen bewirtschaftet. </p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich überregional</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Wissen und Erleben</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 13:00:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Direkt investieren in die Zukunft</title>
			<link>http://www.natuerlichmagazin.de/index.php?id=49&#38;tx_ttnews%5Btt_news%5D=259&#38;cHash=101aa9be583b6b5941503f1aa83f381f</link>
			<description>Wer sein Geld in alternative Stromerzeuger steckt, darf mit konstanten und sicheren Erträgen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[„Die Sonne schenkt uns Chancen und Möglichkeiten in Sachen Energie. Dass die Gesetze in Deutschland uns eine Einspeisevergütung bescheren, ist noch ein Plus obendrauf.“ Rüdiger Hohmann ist Geschäftsführer des Solar-Projektierers Sunmax. Er kennt die Nachfrage nach Finanzierungsmöglichkeiten für Sonnenenergieanlagen aus dem täglichen Geschäft – und hat aus der Not vieler Nutzer eine Tugend gemacht: Hohmann bringt Investoren und Abnehmer zusammen. <br />Tatsächlich sind Solaranlagen derzeit die beliebtesten nachhaltigen Direktinvestments. Klare Erträge durch die Einspeisungsvergütung, vergleichsweise niedrige Kosten für Anschaffung und Installation, umfangreiche Fördermittel und häufig zweistellige Renditen – die Projekte sind eine echte Alternative zu anderen Anlagen und zu ökologisch orientierten Fonds. 
<h4>Der Investor als Unternehmer </h4>
Bevor ein Interessent Geld zahlt, muss er sich allerdings über verschiedene Aspekte klarwerden. So sollten die Rahmenbedingungen des jeweiligen Projektes stimmen. Ist die Genehmigung erteilt? Laufen womöglich Einspruchsverfahren, gibt es Bürgerinitiativen? Wer Zweifel hat, sollte den Initiator mit Fragen löchern und ganz genau zuhören. Außerdem lohnt es sich, einen Termin beim Steuerberater zu machen, denn gerade Direktinvestments haben häufig erhebliche fiskalische Folgen. Sonderabschreibung, Vorsteuerabzug – mit solchen Dingen muss sich der Investor vorab befassen. Zudem wird der Investor in den meisten Fällen zum Unternehmer; was umständlich klingt, hat jedoch überwiegend Vorteile. Je nach persönlichem Steuersatz kann er nämlich jede Menge Kosten in seiner Steuererklärung anrechnen lassen. Doch auch hier empfiehlt sich, das mit einem Experten durchzusprechen. Wenn etwa die Einnahmen nicht auf Dauer über den Ausgaben liegen, macht einem der Fiskus schnell einen Strich durch die Rechnung. Übrigens: Als Unternehmer geht man nicht automatisch auch einer Nebentätigkeit nach, der eigentliche Arbeitgeber hat also nichts gegen diese Art der Geldanlage. <br />Achtung: Geht mit der Anlage etwas schief, ist das investierte Geld oft futsch. Zwar gibt es Versicherungen, die bei Schäden eintreten, die Beiträge aber drücken die Rendite ganz erheblich. Aufpassen müssen Anleger auch bei der Vertragsdauer: Ist im Regelwerk keine „Exit“-Möglichkeit vorgesehen, bleibt die Investition für lange Zeit fest gebunden. 
<h4>Investieren in alternative Energie </h4>
Besonders geeignet als Direktinvestments sind dabei derzeit alle Einrichtungen, mit denen alternative Energie erzeugt wird – sei es durch die Sonne, per Wind oder andere Ressourcen. Denn sie haben eines gemeinsam: Der erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist, der Betreiber muss ihn mit festen Sätzen bezahlen – und das 20 Jahre lang. Die exakten Vergütungssätze stehen im Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG). An Ausgaben stehen dem eine eventuelle Pacht oder Miete, Wartung, Versicherung und – bei finanzierten Anlagen – Zins und Tilgung gegenüber. Die Investments beginnen bei etwa 2 000 Euro (Eigenkapital) und reichen bis weit in den Millionenbereich. Dabei tickt für Solar-Investoren die Gelduhr: Ab dem kommenden Jahr sinkt die Vergütung, ab 2011 jährlich um neun Prozent. Allerdings werden auch die Anlagen immer billiger. Kleinere Installationen kosten derzeit nur noch rund 3 500 Euro je Kilowatt Ausgangsleistung. Vor einem Jahr lag der Preis noch bei 4 800 Euro – ein Rückgang um 27 Prozent. „Nie war die Investition in eine Solarstromanlage so günstig“, sagt denn auch Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. Über allem schwebt jedoch das Damoklesschwert eines scharfen Sparkurses. Der Bundestag könnte nämlich die Vergütungen weiter kürzen. <br />Rasches Handeln ist also angesagt. Doch wie findet man ein aussichtsreiches Projekt? Neu am Markt ist das Berliner Unternehmen Sonnengärtner (<link http://www.sonnen-gaertner.de/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window">www.sonnen-gaertner.de</link>). Die Internetplattform will Investoren und Nutzer zusammenbringen – eine gute Idee, die sich aber in der Praxis noch beweisen muss. Die Vermittlungsgebühr ist mit 9,99 Euro (bis 100 Quadratmeter Solarmodulfläche) niedrig. Einzelprojekte gibt es auch beim Hamburger Wertekontor (<link http://www.wertekontor.com/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window">www.wertekontor.com</link>), das im April dieses Jahres an den Start ging und sich auf Privatbeteiligungen und Geschlossene Fonds spezialisiert hat. Sunmax24 (<link http://www.sunmax24energy.de/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">www.sunmax24energy.de</link>) vermittelt Projekte und berät sowohl bei technischen Aspekten als auch in Sachen Finanzierung. Und die Umweltfinanz (<link http://www.umweltfondsvergleich.de/ - external-link-new-window "Opens external link in new window">www.umweltfondsvergleich.de</link>) ist bereits seit 1997 als Finanzdienstleister im Bereich ökologische und ethische Investments aktiv. 
<p class="greenbox"><b>EEG-Vergütungen<br /><br /></b>Im Jahr 2008 wurden die Sätze für die Einspeisungsvergütungen reduziert. Trotzdem lohnt sich ein Investment. Mit Hilfe der fixierten Sätze und der Leistung der jeweiligen Anlage können Investoren genau ausrechnen, welche<br />Erträge sie haben werden.<b><br /><br />Neue Wasserkraftanlagen</b><br />bis 5 kW: 12,67 ct/kWh<br />500 kW bis 2 MW: 8,65 ct/kWh<br />2 MW bis 5 MW: 7,65 ct/kWh<br /><br /><b>Deponiegasanlagen<br /></b>bis 500 kW: 9,00 ct/kWh<br />500 kW bis 5 MW: 6,16 ct/kWh<br />zusätzliche Boni sind möglich<br /><br /><b>Biomasse-Anlagen<br /></b>bis 150 kW: 11,67 ct/kWh<br />150 kW bis 500 kW: 9,18 ct/kWh<br />500 kW bis 5 MW: 8,25 ct/kWh<br />5 MW bis 20 MW: 7,79 ct/kWh<br />zusätzliche Boni sind möglich<br /><br /><b>Geothermie-Anlagen<br /></b>bis 10 MW: 16,00 ct/kWh<br />über 10 MW: 10,50 ct/kWh<br />zusätzliche Boni sind möglich<br /><br /><b>Windenergie (an Land)<br /></b>je nach Laufzeit: 9,20 bis 5,02 ct/kWh<br />hinzu kommt ein „Systemdienstleistungsbonus“<br /><br /><b>Windenergie (Offshore)<br /></b>je nach Laufzeit: 13,00 bis 3,50 ct/kWh<br />zuzüglich Bonus bei Inbetriebnahme bis 2015<br /><br /><b>Solarenergie<br /></b>Dachflächenanlagen bis 30 kW:<br />43,01 ct/kWh<br />30 kW bis 100 kW: 40,91 ct/kWh<br />ab 100 kW: 39,58 ct/kWh<br />ab 1 000 kW: 33,00 ct/kWh<br />Freiflächenanlagen: 31,94 ct/kWh<br />Dabei sinken die Sätze in jährlichen Schritten,<br />der im Erstellungsjahr gültige Satz wird jedoch<br />für 20 Jahre festgelegt.</p>
<p class="greenbox"><b>Investment-Varianten<br /><br /></b>Sunmax24 hat bereits die Genehmigung für eine Solar-Dachanlage in Bayern. Die erzeugte Energie soll bei 220 Kilowatt liegen, daraus resultieren Jahreseinnahmen von 94 710 Euro. Abgezogen werden müssen 5 500 Euro Dachpacht, 1 980 Euro Versicherung und Rücklagen für Wartung und Reparatur in Höhe von 3 520 Euro (jeweils pro Jahr). Laut Sunmax24 liegt die Rendite dann bei 12 Prozent. Nicht berücksichtigt sind Steuereinsparungen sowie eventuelle Mehrkosten für eine Finanzierung. Den Kaufpreis von 693 000 Euro können sowohl einzelne Anleger als auch Investorengemeinschaften aufbringen. <br />Für eine Windkraftanlage in Frankreich sucht Green Energy 3000 (<link http://www.greenenergy3000. com)/ _blank "external-link-new-window">www.greenenergy3000. com)</link> Investoren. Nach einer ersten Baugenehmigung ist der Antrag noch einmal geändert worden, um höher bauen zu können und so eine größere Windsicherheit zu erreichen. Die Gesamtinvestitionssumme beläuft sich auf gut 15 Millionen Euro. Die Anlage mit 2 Megawatt soll im Dezember ans Netz gehen. Kleiner Haken: Die Vergütungen werden für nur 10 Jahre festgeschrieben, gezahlt werden 8,34 ct/kWh, die Investition dagegen ist für 20 Jahre geplant. Die Rendite wurde mit 9,1 Prozent berechnet. <br />Spannend, aber noch in einer frühen Planungsphase ist eine Anlage zur Hausmüllverbrennung in Brandenburg. Zurzeit versuchen die Initiatoren, das nötige Eigenkapital aufzubringen, um das Projekt finanzieren zu können. In einer späteren Phase können sich dann private Investoren beteiligen. Das Gesamtvolumen beträgt rund 25 Millionen Euro. Dafür entsteht ein Ofen, der etwa 60 000 Tonnen Abfall jährlich in 87 Millionen Kilowattstunden Energie umwandelt. 15 bis 20 Arbeitsplätze könnten geschaffen werden. Die Bauzeit wird mit 15 bis 18 Monaten beziffert, die Investition liegt für mindestens 10 Jahre fest. Informationen gibt das Wertekontor (<link http://www.wertekontor.com/ _blank external-link-new-window "Opens external link in new window">www.wertekontor.com</link>). </p>]]></content:encoded>
			<category>natürlich überregional</category>
			<category>03.2009</category>
			<category>Geld und Heu</category>
			
			
			<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 13:37:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
	</channel>
</rss>